Deutscher Jugendvideopreis

Pressemitteilung vom 02.04.2007 

 

Starke Filme von starken Mädchen

510 Einsendungen zum ‚Deutschen Jugendvideopreis 2007’, Anteil der Produktionen von Mädchen steigt deutlich, Filme sind eindrucksvolles Spiegelbild jugendlicher Lebenswelten

„Mit fast 2.000 Mädchen und jungen Frauen, die ihre Filme in diesem Jahr zum ‚Deutschen Jugendvideopreis’ eingereicht haben, können wir einen der vorläufig größten Erfolge des Jahrgangs 2007 verzeichnen“, so Christian Exner, Projektverantwortlicher ‚Deutscher Jugendvideopreis’ beim Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF).


510 Filmproduktionen von Jugendlichen im Alter bis 25 Jahre gin-gen beim KJF ein. An der Entwicklung des Stoffs und der Produktion dieser Filme wirkten insgesamt 4.285 Mädchen und Jungen mit – eine erneute Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren.


Was bewegt Jugendliche?


Aktive Medienarbeit – insbesondere selbst gedrehte Filme – ermöglichen einen ungefilterten Einblick in die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen. Themenfindung und die filmgestalterische Umsetzung weisen auch in diesem Jahr auf jugendkulturelle und jugendpolitische Trends hin.

Inhaltlich besonders augenfällig am Jahrgang 2007 ist eine Reihe von Filmen zum Thema ‚Heimat’. Jugendlichen scheint der Bezug zum Lebensort, zur Region von großer Bedeutung zu sein. Diese thematische Akzentuierung wird in der Regel formal als ‚Heimatfilm’ umgesetzt, der in seiner Aussage zwischen Stolz und Lokalpatriotismus schwankt.


Einen weiteren thematischen Schwerpunkt stellt die Auseinandersetzung mit Menschen mit Behinderungen dar. ‚Behinderte’ werden allerdings nicht mehr zum rein abstrakten Objekt des Films, sondern schlüpfen zunehmend in die Rolle von filmtragenden Protagonisten. Der Umgang mit Handicaps wird dadurch selbstverständlicher. In der vielschichtigen Zeichnung der Charaktere von ‚Behinderten’ werden die auch bisweilen unsympathischen Seiten nicht länger tabuisiert.


Die Suche nach Orientierung und Sinnhaftigkeit ist ein typisches Jugendthema. Der Jahrgang 2007 bearbeitet diesen Aspekt durch die Verwendung neuer Stilmittel. Eine Vielzahl der eingereichten Filme thematisiert den Mangel an sinnstiftender Kommunikation und Isolation des Individuums in modernen Gesellschaften.

Diese Filme sind einerseits ein deutlicher Hinweis auf diesen als defizitär empfundenen Umstand – zeigen andererseits aber auch Lösungen auf.


Qualität der Filme beeindruckend


Themen- und Genrevielfalt werden durch die hohe Qualität des konzeptionellen Ansatzes sowie der technischen Umsetzung ergänzt. Christian Exner: „Jugendpolitische Schwerpunktsetzungen, wie beispielsweise Migration und Integration, finden sich in vielen Filmen wieder. Das zeigt, dass junge Menschen ihr gesellschaftliches Umfeld intensiv beobachten und das Vorgefundene in Bilder umsetzen. In Ergänzung mit einer medienpädagogischen Begleitung entstehen so wirklich beeindruckende Produktionen.“


Sonderthema ‚Helden, Vorbilder, Idole’


Begeistert sind die Initiatoren und Veranstalter des ‚Deutschen Jugendvideopreises’ auch mit der Resonanz auf das Sonderthema ‚Helden, Vorbilder, Idole’. „Das Leben junger Menschen wird ganz maßgeblich durch solche Helden – oder manchmal auch Anti-Helden – geprägt. Nicht verwunderlich also, dass sich die zum Sonderthema eingereichten Produktionen in vielfältiger Weise und oft selbstironisch diesem Phänomen stellen“, so Exner.


Das ‚Bundesfestival Video’ mit den beiden Filmwettbewerben ‚Deutscher Jugendvideopreis’ und ‚Video der Generationen’ gastiert vom 15. bis 17. Juni 2007 in Ludwigsburg. Partner des Festivals sind: Die Stadt Ludwigsburg, die Filmakademie Baden-Württemberg, die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, das Evangelische Medienhaus Stuttgart, das Landesmedienzentrum sowie die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg.

Infos:

www.kjf.de  

www.jugendvideopreis.de

www.video-der-generationen.de